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#Teilhabe statt Ausgrenzung

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29. September 2014

Lebensmittel Retten! Lebendige Diskussion Im COLABOR

Rund die Hälfte aller Lebensmittel wird in Deutschland weggeworfen. Was können Verbraucherinnen, aber auch Handel und Politiker dagegen tun? Diesen Fragen wurde am vergangenen Mittwoch, den 24. September, im Ehrenfelder COLABOR nachgegangen. Eingeladen hatte ich zusammen mit dem Kreisverband der Kölner Grünen und deren Arbeitskreis Konsum. Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal diskutierten Umweltminister Johannes Remmel, Filmemacher Valentin Thurn, Gründerinnen Nicole Klaski, Ines Rainer (Second Chance Supermarkt) und Christoph Müller-Dechent (FoodLoop) unter meiner Moderation.

Minister Johannes Remmel betonte die fehlende Wertschätzung von Lebensmitteln: nach Wertschöpfung müsse es auch eine Wertschätzung geben. Dies sei durch die wachsende Entfremdung zur Lebensmittelherstellung bedingt, der er unter anderem mit Kampagnen zur Auszeichnung des regionalen Lebensmittelhandwerks und einem Runden Tisch gegen Lebensmittelverschwendung entgegen tritt. Valentin Thurn wies auf den Zusammenhang von Lebensmittelverschwendung und Welthunger hin, der aufgrund von immer stärkerer Börsenspekulation an den Rohstoffmärkten zunimmt. Seine Forderung: Feste Zielvorgaben zur Müllreduzierung für den Handel nach dem Vorbild Großbritanniens. Mit einem Second Chance Supermarkt planen die Gründerinnen Nicole Klaski und Ines Rainer früher als beim Handel einzugreifen. Sie möchten schon beim Erzeuger oder Landwirt Lebensmittel retten und auch sogenannte Misfits oder Wunderlinge ins Regal stellen, die den herkömmlichen Normen nicht entsprechen wie beispielsweise zweibeinige Karotten. Ebenso werden bei ihnen Produkte zum Verkauf stehen, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben jedoch keineswegs verdorben sind.

Anhand der FoodLoop Handy App von Christoph Müller-Dechent können Verbraucher Lebensmittel finden, die in Kürze das Mindeshaltbarkeitsdatum erreichen und deshalb stark reduziert und so vor dem Wegwerfen gerettet können. Demnächst startet ein Pilotprojekt um weitere Handelsketten zu überzeugen.

Deutlich wurde auf dem Podium die Forderung nach einer stärkeren Regulierung des Lebensmittelhandels auf Bundes- und EU-Ebene sowie auf Länderebene formuliert. Aus dem Publikum wurde an einen Bewusstseinswandel und die Wichtigkeit von Bildungsprojekten appelliert.

Einig waren sich alle, dass über den Preis die größte Steigerung des Bewusstsein erreicht werden wird. Der Trend gehe eindeutig dahin, das Konsumentinnen immer mehr zu bald ablaufenden und dadurch stark reduzierten Produkten greifen.

Einführung von Valentin Thurn

Mit Johannes Remmel, Nicole Klaski, Valentin Thurn

Mit Minister Johannes Remmel und Kreisvorstand Hans Schwanitz